mein Buch


Thomas Lehn 40 Jahre Dialyse

journals & stories

 

„Ein harter Weg, der Anerkennung verdient und zum Nachdenken anregt.“

 

Nach vierzig Jahren Hämodialyse versucht Thomas Lehn in seinem Buch dem Leser sein besonderes Leben mit dem Handicap der lebensnotwendigen Blutwäsche (Dialyse) zu vermitteln. Durch seine „journals & stories“, die er in Patientenzeitschriften veröffentlicht hat, zeigt er für den Leser verständlich, wie man als Dialysepatient mit seiner Erkrankung umzugehen hat, um lange zu überleben.

Hier geht es zum Autorenportrait.

 

 

Mein Buch ist über den Buchhandel

über das INTERNET (www.buecher.de , www.buch.ch , www.amazon.de

oder über mich zu beziehen:

 

ISBN:   978-3-8423-0699-8

 

198 Seiten, 12,90 Euro

 

 

Leseprobe:

 

Ich drehe mein Autoradio lauter. Der Song von der Gruppe JULI heftet

sich in mein Gedächtnis und meine Lippen summen den Song mit.

 

„Ich liebe dieses Leben,

ich liebe den Moment, in dem man fällt, ich liebe dieses Leben,

ich liebe diesen Tag,, ich liebe diese Welt, ich liebe dieses Leben“

 

Das Auto vor mir bleibt stehen. Ich halte an. Stopp and Go.

 

„Ich seh' mich fallen, doch ich gebe nicht auf. ich liebe dieses Leben!“

 

Das Leben lieben? Tue ich das? Frage ich mich.

 

Ja, sonst würdest Du sicher nicht in diesem Augenblick auf der Autobahn

stehen.

Das ich überhaupt noch lebe? So lange mit einer künstlichen Niere zu leben,

grenzt das nicht an ein Wunder? Wie oft schon bin ich gefallen und bin wieder

aufgestanden!

 

Als wäre es erst gestern passiert, erinnere ich mich an die schlimmste Zeit meines

Lebens:

 

Am 20. August 1970 lag ich tod-sterbens-krank, noch zeitweise ohne Bewusstsein,

blind, bedrohlich hoher Blutdruck, mit mehr als 10 Liter Wasser im Körper und am

Ersticken nahe, auf der Intensivstation der Chirurgie in Heidelberg. Mein damaliger

Arzt und Lebensretter Dr. H. W. Schüler, der leider vor zwei Jahren, im Alter von

74 Jahren verstarb, hielt meine Hand und tastete erst meinen linken dann meinen

rechten Unterarm nach Blutgefäßen ab. Minutenlang, konzentriert und mit geschlos-

senen Augen. Wenn ich nicht, wegen den urämischen Giften, die sich in meinem

Körper befanden und dem vielen Wasser in mir, sterben wolle, müsse er mir schnellst-

möglich in einer Notoperation   einen Scribner Shunt legen. Einen Anschluss für

dir Dialyse. Ich sah ihn nicht, aber ich hörte ihn jenen Satz zu mir sagen, der sich

mir bis heute eingeprägt hat: „Kopf hoch, mein Junge, dass kriegen wir schon hin.

Du schaffst das schon, Du wirst weiterleben!“  

Als 14 Jähriger an einer terminalen Niereninsuffizienz zu erkranken, war damals

einem Todesurteil gleich. Die Überlebensprognosen bei Kindern waren 1970 weniger

als 2 Jahre.

 

Warum lebe ich? Fast alle meine besten Freunde von früher leben nicht mehr;

wurden transplantiert, starben an den Folgen oder an den Begleiterkrankungen

der Dialysebehandlung.

 

Meine Güte was waren das damals mit meinen Freunden schöne Zeiten. Ich werde

melancholisch und erinnere mich an meine Freunde aus vergangenen Tagen, an die

Heidelberger Dialysezeit, 36 Jahre zurück. An die alte Clique.